AIWG veröffentlicht Dossier zu muslimischen Frauenorganisationen
Im Rahmen ihres AIWG-Praxisfellowships hat Fatima El Sayed die vielfältige Rolle muslimischer Frauenorganisationen in Deutschland als wesentliche Akteurinnen sozialen Wandels beleuchtet. Muslimische Frauen sind nicht nur in etablierten zivilgesellschaftlichen Strukturen aktiv, sondern auch in selbst gegründeten Initiativen und Verbünden, die einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung muslimischen Lebens in Deutschland leisten. Die Ergebnisse ihres Praxisfellowships sind jetzt auf der AIWG-Webseite als Onlinepublikation erschienen.
Wie die Autorin in ihrem Dossier zeigt, setzen sich muslimische Frauenorganisationen in Deutschland aktiv für Themen wie Wohlfahrtspflege, politische Bildung, Inklusion, Radikalisierungsprävention und Diskriminierung und damit für eine chancengerechte und pluralistische Gesellschaft ein. Dabei stehen sie jedoch auch vor zahlreichen Herausforderungen. So ist das Engagement muslimischer Frauen in Deutschland trotz ihrer aktiven Mitwirkung in Moscheen, Verbänden und selbstgegründeten Initiativen wenig sichtbar. Dies sei häufig auf sexistische und rassistische Stereotype sowie eine weitverbreitete Skepsis gegenüber religiös motivierten Initiativen zurückzuführen, so El Sayed.
Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung und ehemalige AIWG-Praxisfellow zeigt mit ihrem Projekt auf, wie sich muslimische Frauenorganisationen mittlerweile als wichtige Akteurinnen der Zivilgesellschaft etabliert haben und welchen Beitrag sie zu einer vielfältigen Gesellschaft leisten. Die Autorin zeichnet zudem Organisationsstrukturen, Finanzierungsmöglichkeiten und Zielgruppen des zivilgesellschaftlichen Engagements muslimischer Frauen nach. Daneben bietet die Onlinepublikation eine Deutschlandkarte, in der viele Akteurinnen zivilgesellschaftlichen Engagements visuell verortet sind sowie eine tabellarische Übersicht mit ergänzenden Informationen zu Angeboten, Beratungsleistungen und Themenschwerpunkten.
„Anschaulich zeigt die Arbeit von Fatima El Sayed das vielfältige soziale Engagement von Musliminnen in unserer Gesellschaft auf, das jedoch der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist. Ihr Beitrag zu Wohlfahrt, Bildung und Inklusion verdient mehr Sichtbarkeit – und mehr Forschung. Mit dem Praxisfellowship hat die AIWG einen kleinen Schritt hierzu ermöglicht,“ kommentiert Dr. Raida Chbib die Veröffentlichung. Die Religions- und Politikwissenschaftlerin hat das Praxisprojekt wissenschaftlich begleitet.
Das AIWG Dossier „Best Practices Toolkit – Muslimische Frauenorganisationen in Deutschland als Akteurinnen sozialen Wandels“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Mehr zum Praxisprojekt von Fatima El Sayed können Sie hier nachlesen.
Das AIWG Praxisfellowship wurde durch die Stiftung Mercator gefördert.