Worauf freuen Sie sich in der verbleibenden Projektzeit besonders?
Yaşar Sarıkaya: Besonders freue ich mich auf neue Erkenntnisse aus unserem Gießener Teilprojekt, aus denen konstruktive Impulse für unsere Disziplin abgeleitet werden können, vor allem, was den Umgang mit Hadithen in Schulbüchern betrifft. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich diese Texte dargestellt und didaktisch eingebettet werden, und ich bin gespannt, welche neuen Einsichten wir daraus noch gewinnen können.
Ganz besonders bereichernd finde ich den Austausch im Projektteam. Er ist wirklich inspirierend – da entstehen immer wieder neue Ideen und Synergien, die unsere Arbeit voranbringen.
Und natürlich blicke ich auch den Transferformaten im letzten Projektjahr mit großer Vorfreude entgegen. Ich bin neugierig auf das Feedback aus Wissenschaft, Schule und Gemeinden – das wird sicher wertvolle Impulse geben, um unsere Ergebnisse noch praxisnäher und relevanter zu machen.
Ruggero Vimercati Sanseverino: Ich freue mich darauf, die Dynamik, die bereits in der gemeinsamen Arbeit an den unterschiedlichen Themen entstanden ist, weiter zu nutzen, um das Fach der theologischen Hadith-Studien weiter voranzubringen und sichtbarer zu machen. Die Erwartungen an das Projekt sind spürbar hoch, da es sich bisher um das erste größere Förderprojekt zum Hadith in der europäischen Islamischen Theologie handelt und da die Diskussion über die Rolle des Hadith für die Islamische Theologie als akademisches Fach sehr festgefahren schien. Das motiviert uns alle besonders, Ergebnisse zu produzieren, die für etwas Bewegung sorgen werden.
Darüber hinaus freue ich mich auf die abschließende Phase des Projekts, in der die erzielten Forschungsergebnisse inhaltlich zusammengeführt, reflektiert und öffentlich sichtbar gemacht werden. Dazu zählen vor allem zwei Schwerpunkte: ein Sammelband und mehrere Workshops. Der Sammelband bildet den zentralen wissenschaftlichen Output des Projekts und zeigt, wie historische, theologische und pädagogische Perspektiven auf den Hadith miteinander verknüpft werden können. Ebenso freue ich mich auf das Panel beim AIWG-Kongress 2026, auf dem die gewonnenen Erkenntnisse präsentiert und neue Forschungsperspektiven für die Hadith, Geschichte, Religionspädagogik und Islamische Theologie diskutiert werden. Dazu wird am Ende des Projektes eine internationale Konferenz den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der theologischen Hadithforschung fördern.
Der praxisorientierte Transfer der Projektergebnisse in schulische, gemeindliche und gesellschaftliche Kontexte bildet ebenso einen zentralen Schwerpunkt des Projektes. Dazu gehören Workshops mit Lehrenden an Schulen und Moscheegemeinden, der Austausch mit Akteur_innen der Präventionsarbeit und Gefängnisseelsorge sowie die Entwicklung einer pädagogischen Hadithauswahl und Handlungsempfehlung für Unterricht und Bildungsarbeit. „Stell mir deinen Propheten vor“ im Rahmen der Islamwoche in Hamburg, bei der die teilnehmenden Kinder ihre Prophetenbilder in Form von Plakaten kreativ gestalteten und die durch eine begleitende Podiumsdiskussion ergänzt wurde. Die daraus gesammelten Ergebnisse werden veröffentlicht.