AIWG-Kongress bringt Teilnehmende des ECR-Programms zusammen
Im Rahmen des AIWG-Kongresses fand am 12.6.2016 eine exklusive Session für Teilnehmende des kürzlich gestarteten AIWG-Programmes für Early Career Researcher in den Islamisch-Theologischen und religionspädagogischen Studien (kurz ITS) statt. Ziel der Session war es, die Genese und Entwicklung der ITS in ihrem gesellschaftlichen Kontext im DACH-Raum und deren Implikationen für die eigene Forschung zu reflektieren. Vertiefte Einblicke hierzu lieferte auch eine Diskussionsrunde mit geladenen Professor_innen des Fachs.
Die Veranstaltung begann mit der Abfrage, ob sich die Teilnehmenden bereits mit der Rolle der ITS im gesellschaftlichen Diskurs befasst hätten. Die Themen, die die Wissenschaftler_innen des ECR-Programms beschäftigen, reichten von erhöhten Anforderungen und Kompetenzbedarfen, Ermüdungserscheinungen aufgrund gesellschaftspolitischer Diskurse, Aufklärungsarbeit in muslimische Communitys wie auch in die Mehrheitsgesellschafft hinein, bis hin zum Bewusstsein, Pionier_innenarbeit zu leisten. Viele dieser Punkte wurden auch von Prof. Dr. Bekim Agai, Universität Frankfurt, Ass. Prof. Dr. Tuğrul Kurt, Universität Wien, sowie Jun. Prof. Dr. Asmaa El Maaroufi, Universität Münster, in ihren Inputs aufgegriffen und im weiteren Austausch vertieft. Die Professor_innen reflektierten den Entstehungskontext und die Entwicklung der ITS, die von politischem und gesellschaftlichem Erwartungsdruck begleitet war, und zogen eine Bilanz der vergangenen Jahre, in denen verschiedene Strategien des Umgangs mit den genannten Herausforderungen entwickelt wurden.

Eine zentrale Frage war das Verhältnis von innerfachlichen Debatten und der Außenwirkung der ITS. Gesellschaftliche Erwartungen – etwa eine federführende Beteiligung muslimischer Theolog_innen im interreligiösen Dialog – führe zu Schwierigkeiten dabei, innermuslimische Debatten anzustoßen oder ein eigenes Profil zu entwickeln. Neben den strukturellen Herausforderungen muslimischer Verbände wurde auch der Bedarf betont, Podien zu schaffen, auf denen Muslim_innen öffentlich kontrovers diskutieren und streiten könnten – die Universität könne in dem Zusammenhang als offener Raum zur Einübung dienen. Darüber hinaus wurden auch Grundsatzfragen diskutiert wie das Verhältnis der ITS zur Islamwissenschaft, Annahmen nach wertfreier Wissenschaft, die an die Forschenden herangetragen werden, oder Strategien in der Wissenschaftskommunikation. In dem Zusammenhang wurde dafür plädiert, auch angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen wie des Rechtsrucks mit den eigenen Ressourcen gut hauszuhalten.
Die Session fand über die Teilnehmenden des ECR-Programmes hinaus weiten Anklang. Der fruchtbare Austausch zeigte somit die Notwendigkeit, die Besonderheiten der ITS angesichts öffentlicher Erwartungen an das Fach sowie den Umgang damit zu reflektieren.

Über das AIWG-Programm für Early Career Researcher
Mit dem Programm bietet die AIWG Nachwuchswissenschaftler_innen des Fachs von Mai 2026 bis Juni 2027 an, ihre akademische Laufbahn gezielt weiterzuentwickeln und sich miteinander zu vernetzen. Das Programm kombiniert fachspezifische und praxisnahe Qualifizierungsmaßnahmen, den disziplinären Austausch und Einblicke in den Wissenstransfer. Ziel ist es, die Teilnehmenden in ihrer wissenschaftlichen Profilbildung zu stärken, sie bei der strategischen Karriereplanung zu unterstützen und nachhaltige fachliche Vernetzungsstrukturen innerhalb der Disziplin aufzubauen. Mehr erfahren Sie hier.







