Muslimische Communitys als Verbündete bei der Eindämmung von Pandemien
Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) begrüßt im Oktober Dr. Elmoubashar Farag als internationalen Forschungsfellow. An der AIWG untersucht Dr. Farag Erfahrungen, Bedarfe und Potentiale muslimischer Gemeinden in Bezug auf Pandemieeindämmung.
Wie die Coronapandemie gezeigt hat, stellen Epidemien und ihre Bewältigung nicht nur ein medizinisches Problem dar, sondern auch ein soziales. Die Akzeptanz von Maßnahmen folgt dabei politischen und gesellschaftlichen Prozessen, die kulturelles Einfühlungsvermögen erfordern. Muslimische Gemeinden können hier eine wichtige Mittlerrolle zwischen Gesundheitssystem und muslimischer Bevölkerung einnehmen und so das Vertrauen in öffentliche Maßnahmen, die Einhaltung entsprechender Vorschriften und die Wirksamkeit von Strategien zur Bekämpfung von Epidemien verbessern.
Im Zuge des Projektes möchte Dr. Farag muslimische Gemeinden und Imame zu ihren Vorstellungen hinsichtlich gesundheitlicher Prävention, ihren ethischen Überlegungen sowie Problemen bei der Umsetzung pandemiebedingter Einschränkungen befragen. Die Ergebnisse sollen im Rahmen eines Expertenworkshops, führenden Institutionen der deutschen Epidemiologie vermittelt werden.
Dr. Farag ist Professor für Community Medicine an der Al-Sharq University for Science and Technology im Sudan sowie Gastprofessor für Globale Gesundheit an der Universität Oxford im Vereinigten Königreich. Von 2011 bis 2024 leitete er das Communicable Disease Control Program im qatarischen Gesundheitsministerium. Er promovierte in Communicable Disease Surveillance and Control an der University of the Gezira (Sudan) und in Emerging Infectious Disease am Erasmus University Medical Center (Niederlande).
Mehr zu seinem Projekt können Sie hier nachlesen.






