Eröffnungsfeier der ersten eigenständigen Islamisch-theologischen Fakultät Deutschlands
Eröffnungsfeier der ersten eigenständigen Islamisch-theologischen Fakultät Deutschlands
Am 24. September wurde im Schlossaal der Universität Münster die erste eigenständige Islamisch-Theologische Fakultät Deutschlands feierlich eröffnet. An dem Festakt, an dem auch die Geschäftsführerin der AIWG, Dr. Raida Chbib, teilnahm, kamen zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik, den Religionsgemeinschaften sowie der christlichen und jüdischen Theologie zusammen. Auch Universitätsvertreter_innen aus Indonesien und Bosnien, mit denen Kooperationen angestrebt werden, beteiligten sich an der Feier.
Die neue Fakultät versteht sich als Ort einer wissenschaftlich freien und verantwortungsbewussten islamischen Theologie, die Glauben und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt, den interreligiösen Austausch stärkt und einen „Islam in und für Europa“ mitgestalten will. Mit zunächst acht Professuren erhält die Islamische Theologie in Münster damit erstmals in Deutschland den institutionellen Status einer eigenständigen Fakultät. Dieser Schritt fügt sich in eine inzwischen über anderthalb Jahrzehnte gewachsene Entwicklung des Fachs ein: Islamisch-Theologische Studien und Islamische Religionspädagogik sind heute an elf deutschen Hochschulen institutionell verankert. Die AIWG verbindet als bundesweite Forschungs- und Transferplattform diese Standorte miteinander, fördert ihre wissenschaftliche Vernetzung und schafft zugleich Schnittstellen zu anderen Disziplinen, gesellschaftlichen Akteuren und Praxisfeldern. Vor diesem Hintergrund gratuliert die AIWG der Universität Münster und der neuen Fakultät ganz besonders zu diesem wichtigen Entwicklungsschritt.
In Münster trifft diese institutionelle Weiterentwicklung auf eine außergewöhnlich lange theologische Tradition: Bereits 1624 bestand dort ein vollständiger philosophisch-theologischer Studienkurs; die Theologie gehörte 1780 zu den Gründungsfakultäten der Universität. Heute stehen die katholische, evangelische und islamische Theologie in engem Austausch mit den Jüdischen Studien, der Religionswissenschaft und der interdisziplinären Religionsforschung. Ab 2027 sollen diese Bereiche im neuen Campus der Theologien und der Religionswissenschaft räumlich noch enger zusammengeführt werden.
Die AIWG gratuliert der Universität Münster und der neuen Fakultät zu diesem wichtigen Schritt. Die institutionelle Gleichstellung der islamischen Theologie ist modellhaft und stellt wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Theologien in einer religiös pluralen Gesellschaft.







